Grascha: Landesregierung muss beim Wolf umgehend handeln

Hannover/Einbeck.

Die Antwort der Landesregierung auf seine Anfrage zum Wolfsriss in Oldenrode bezeichnete der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha als ernüchternd und enttäuschend. „Offenbar tappt die die Landesregierung aus SPD und CDU auch beim Thema Wolf bei uns in Südniedersachsen völlig im Dunkeln“, so Grascha. Laut Antwort auf die gemeinsame Anfrage mit dem FDP-Abgeordneten Herman Grupe (Holzminden) gebe es noch keine Bestätigung über die Anwesenheit des Wolfs im Landkreis Northeim.

Es sei zweifelhaft, wie man in der Zukunft eigentlich Erkenntnisse gewinnen wolle, wenn es dem Umweltministerium in den letzten eineinhalb Jahren nicht einmal gelungen sei, einen Wolf zu besendern. Der Einbecker Abgeordnete forderte den Umweltminister auf, nun endlich tätig zu werden und die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen. Grascha forderte, den zunehmenden Problemen mit Wolfsangriffen und -rissen auf Nutztiere mit einer Wolfsverordnung entgegen zu wirken. Die FDP-Fraktion im niedersächsischen Landtag hatte vor kurzem einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet. „Der Bestand des Wolfes in Deutschland ist längst nicht mehr gefährdet. Allein in Niedersachsen gibt es 22 nachgewiesene Wolfsrudel, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Bei einer Vermehrungsrate von etwa 30 Prozent werden in unserem Bundesland in fünf Jahren mehr als 740 Wölfe leben. Eine solch große Population würde den Bestand anderer Wildtierarten nachhaltig gefährden und die Weidetierhaltung unmöglich machen“, sagte Christian Grascha. Zur Regulierung des Bestandes sei daher die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht mit festgelegten Abschusszahlen notwendig.

Über das reine Anwachsen der Population hinaus müssten jedoch Wege gefunden werden, mit der zunehmenden Anzahl verhaltensauffälliger Wölfe umzugehen. Jüngstes Beispiel sei das Rodewalder Rudel, dem bereits Risse in einem Stall und das Überwinden von Schutzzäunen nachgewiesen wurden. Obwohl Minister Lies bereits im August 2018 versprochen habe, den Leitrüden dieses Rudels zu entnehmen, sei nichts passiert. Seither habe das Rudel weitere 47 Weidetiere getötet. „Die Landesregierung hat keinerlei Lösung anzubieten. Die Wolfsübergriffe werden auch im Landkreis Northeim weiter zunehmen, wenn hier nicht endlich Einhalt geboten wird. Mit der Wolfsverordnung können die Experten vor Ort nach strengen Regeln flexibel auf Gefährdungen reagieren“, erklärt der liberale Abgeordnete weiter. So sei vorgesehen, Wölfe erschießen zu dürfen, die eine unmittelbare Gefahr für nicht umzäunte Nutztierherden, besiedelte Gebiete oder bewohnte Hofstellen darstellen. Sollten sie sich diesen Gebieten auf Sichtweite nähern, sei eine Vergrämung erlaubt.

Graschas Fazit: „Die Politik hat sich bisher als weitgehend handlungsunfähig erwiesen. Ein „Weiter so“ würde die völlige Kapitulation vor den Problemen bedeuten. Die Menschen erwarten, dass endlich entschieden und gehandelt wird.“