„Die Zukunft der Medien in einer liberalen Demokratie“ – Webtalk mit Dr. Dirk Ippen und Christian Grascha

Einbeck/Hardegsen/Hannover.

Auch an den diesjährigen Tag der Freiheit, dem 17. Juni, widmete sich die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit gemeinsam mit Christian Grascha zum Gedenken an den Volksaufstand in der DDR 1953 mit einer Veranstaltung dem Thema der Freiheit.

In dem rund einstündigen Gespräch am gestrigen Nachmittag, welches auf Grund der aktuellen Situation nicht wie sonst traditionell auf der Burg Hardeg, sondern digital stattfand, ging es um die Frage nach der Zukunft der Medien in einer liberalen Demokratie und der Relevanz der freien Medien für eine freie Gesellschaft. Gemeinsam referierten Dr. Dirk Ippen, Verleger von zahlreichen regionalen Tageszeitungen in Deutschland und Christian Grascha, Landtagsabgeordneter aus dem Landkreis Northeim, über den strukturellen Wandel in der Medienbranche.

Der Nachrichtenmarkt, der bis vor wenigen Jahren aus Funk, Fernsehen und Print bestand, befindet sich durch die Digitalisierung und die Sozialen Medien vor einer nie da gewesenen Herausforderung. Die digitale Wende in der Medienbranche wird durch die Corona-Krise beschleunigt und zeigt problematische Folgen auf: Fake News, Vertrauensverlust und Angriffe auf Journalisten, Verschwörungstheorien und dazu eine wirtschaftliche Krise der Verlage. Doch trotz der Risiken gibt sich Dr. Ippen, dessen Verlag unter anderem die HNA herausgibt, optimistisch: „Stellen Sie sich die Krise ohne diese neuen digitalen Kommunikationswege vor? Ohne sie, hätten wir heute nicht zusammenkommen können“. In seinem Eingangsstatement umreist Ippen die Rolle der Medien im historischen Zeitverlauf und schildert dabei eindrucksvoll, wie sich die Verbreitung von Nachrichten von der Medienrevolution durch Gutenberg bis hin ins 21. Jahrhundert verändert hat. In einer anschließenden Frage- und Diskussionsrunde drehten sich viele Teilnehmerbeiträge um die Freie Presse. In der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit 2020 stehe Deutschland im Ländervergleich zwar „nur“ auf Platz 11, trotzdem betont Ippen die Unabhängigkeit der Deutschen Presse. Besonders die vielen kleinen und lokalen Redaktionen bestimmen auch die Medienvielfalt in Deutschland.

Für die Zukunft zeichnet Dirk Ippen am Ende des Webtalks ein positives Bild. Er sei optimistisch. Die klassischen und die Sozialen Medien würden bereits jetzt nebeneinander existieren können, so der Verleger. „Wir müssen die Stärken der jeweiligen Medien gezielt nutzen“, sagt auch Christian Grascha zuversichtlich und ergänzt „unsere plurale und unabhängige Medienlandschaft war für unsere freie Gesellschaft noch nie so wichtig wie heute“.

Sollten Sie Interesse an dieser und weiterer Veranstaltungen der Stiftung haben, können finden Sie unseren Veranstaltungskalender und weiterführende Informationen unter: https://www.freiheit.org/.

Hier finden Sie eine Live-Übertragung der Veranstaltung.