Ausweisung des Naturschutzgebietes Ilme: FDP-Kreistagsfraktion zu Besuch in Holtensen

Einbeck.

Vor dem Hintergrund der im Kreis laufenden Diskussionen zur Ausweisung des Naturschutzgebietes „Ilme“ besuchten die beiden Abgeordneten der FDP im Kreistag Christian Grascha und Dr. Christian Eberl die Ortschaft Holtensen. Carsten Hühne, Landwirt aus Holtensen hat einen offenen Brief an alle Kreistagsabgeordneten geschrieben. Die FDP-Abgeordneten nahmen daraufhin Kontakt mit ihm auf, um sich die Situation vor Ort anzuschauen. Eindrucksvoll präsentierte Hühne seinen Besuchern und weiteren zahlreichen Interessenten aus den Ortschaften Holtensen und Hullersen, welche Auswirkungen die Ausweisung des Naturschutzgebietes in diesem Bereich habe.

Viele für die Anwohner selbstverständliche Tätigkeiten werden in Frage gestellt. Zu nennen sind hier Zeltlager, private Wasserentnahme für Gartenzwecke oder selbst die private Gartennutzung im Uferbereich, die Nutzung des Grillplatzes und vieles mehr.

Keiner der Beteiligten zweifelt die Richtigkeit und die Sicherung der gegenwärtigen FFH Gebiete an. Nur ist die Wahl der Schutzform nicht das geeignete Instrument. So werde auch die FDP-Kreistagsfraktion, der vom Landkreis Northeim geplanten Schutzverordnungen zur Sicherung der Natura 2000 Gebiete in der bisher vorliegenden Form nicht zustimmen. „Hier werden ausschließlich die Wünsche der oberen Naturschutzbehörde ohne Rücksicht auf die Menschen vor Ort vorgeschrieben“ so die beiden FDP-Abgeordneten.

Die in den Verordnungen vorgeschriebenen Maßnahmen entsprechen gerade nicht den Vorgaben der FFH-Richtlinie, die neben dem Arten- und Lebensraumschutz auch fordert, diese Maßnahmen nach den kulturellen und langfristigen Bedürfnissen der dort lebenden Menschen auszurichten. Bei der Sicherung der FFH Gebiete sei die Ausweisung eines Landschaftsschutzgebietes ausreichend und entspreche auch den Vorgaben des Landes und der EU. Bei einem Landschaftsschutzgebiet begegne man sich auf „Augenhöhe“. Ausserdem sind die Verordnungen zu einem Naturschutzgebiet und der Hochwasserschutz schwer in Einklang zu bringen. Auch hier biete das Landschaftsschutzgebiet beiden Seiten bessere Möglichkeite.

Die Vielzahl der Einwände der Bürger und von Anrufen der Betroffenen zeige, dass diese Art des Schutzes nicht gewünscht ist. Die FDP hofft daher auf ein Umdenken und deutliche Korrekturen bei den Beratungen im Kreistag. „Natur- und Artenschutz kann nur nachhaltig mit den Menschen und nicht gegen sie umgesetzt werden. Der bisherige Vorschlag gefährdet betriebliche Existenzen von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben. Die Produktion von regionalen Produkten werde so zurückgedrängt.